So kalkuliert ARCNM einen Preis.
Jede Zeile des Kalkulationsblatts hat eine benannte Basis und eine angegebene Formel. Diese Seite führt sie vom Fertigungsmaterial bis zum Listenverkaufspreis auf, sagt, wo das Schema von der Lehrbuchgliederung abweicht, und verlinkt die öffentlichen Quellen hinter jeder Regel.
Das Schema: Zeile, Basis, Formel
ARCNM kalkuliert mit der differenzierenden Zuschlagskalkulation mit Maschinenstundensätzen, einschließlich Verkaufskalkulation. Zeilen mit = sind Zwischensummen. Jeden Zuschlagssatz legen Sie in Ihrer Kalkulationsumgebung fest; ein Satz, den Sie nicht angeben, ist null.
| Zeile | Basis | Formel |
|---|---|---|
| Fertigungsmaterial | — | Masse × Preis |
| Rüsten | — | Rüstzeit × Maschinensatz + Rüstzeit × Lohnsatz, ÷ Losgröße |
| Maschine | — | Laufzeit × Maschinenstundensatz |
| Lohn | — | beaufsichtigte Zeit × Lohnsatz |
| = Einzel- und Maschinenkosten | Summe der direkt bepreisten Zeilen, einschließlich Werkzeuge, Programmierung, Prüfung, Nachbearbeitung und Fremdbearbeitung | |
| + Variable Gemeinkosten | Einzel-, Material-, Lohn- oder Fertigungskosten, wie angegeben | Basis × Satz |
| = Stückkosten vor Zuschlägen | Einzel- und Maschinenkosten + variable Gemeinkosten + als Betrag je Teil angegebene Gemeinkosten | |
| − Reststoffgutschrift, sofern angegeben | der Schrott, den ein Händler abnimmt: Restgitter, Späne, Reststücke – nie ein wiederverwendbares Restblech oder eine Restlänge | Schrottmasse × Netto-Schrotterlös je kg, höchstens die Materialkosten |
| + Materialgemeinkosten (MGK) | Fertigungsmaterial abzüglich Reststoffgutschrift, zuzüglich der Ausschusszugabe, wenn Ausschuss auf das Material berechnet wird | Basis × MGK-Satz |
| + Beschaffungsgemeinkosten auf Fremdbearbeitung, sofern angegeben | Fremdbearbeitung | Fremdbearbeitung × Satz |
| + Rest-Fertigungsgemeinkosten (Rest-FGK) | Fertigungslöhne: Rüst-, Lauf- und Handarbeitslöhne | Fertigungslöhne × Rest-FGK-Satz |
| + Ausschuss | Fertigungsmaterial abzüglich Reststoffgutschrift oder das ganze Teil ohne die Einmalkosten des Loses | Basis × r ÷ (1 − r) |
| = Herstellkosten | Stückkosten − Reststoffgutschrift + MGK + Beschaffungsgemeinkosten + Rest-FGK + Ausschuss | |
| + Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten (VwVtGK) | Herstellkosten | Herstellkosten × VwVtGK-Satz |
| + Sondereinzelkosten des Vertriebs (Verpackung, Fracht, Zoll) | — | angegebener Betrag je Teil |
| = Selbstkosten | Herstellkosten + VwVtGK + Sondereinzelkosten des Vertriebs | |
| + Gewinnzuschlag | Selbstkosten, vom Hundert – oder, sofern angegeben, die Netto-Selbstkosten: Selbstkosten ohne Sondereinzelkosten des Vertriebs | Basis × g; auf die Selbstkosten als Marge auf den Preis: g ÷ (1 + g) |
| = Barverkaufspreis | Selbstkosten + Gewinnzuschlag | |
| + Skonto und Provision | Zielverkaufspreis, im Hundert | Zielverkaufspreis × s; Zielverkaufspreis × p |
| = Zielverkaufspreis | Barverkaufspreis ÷ (1 − s − p) | |
| + Rabatt | Listenverkaufspreis, im Hundert | Listenverkaufspreis × d |
| = Listenverkaufspreis | Zielverkaufspreis ÷ (1 − d) |
- Maschinenkosten sind maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten. Sie werden über Maschinenstundensätze verrechnet, deshalb trägt der Zuschlag auf die Löhne nur die übrigen Fertigungsgemeinkosten – daher Rest-FGK. Ein Satz, der Maschinenkosten enthielte, würde sie doppelt verrechnen.
- Vom Hundert: Die Basis ist 100 %. Ein Gewinnzuschlag von 25 % auf die Selbstkosten entspricht einer Marge von 20 % auf den Barverkaufspreis. Das Blatt nennt beide Werte.
- Im Hundert: Der Satz ist ein Anteil an dem Preis, der ihn enthält. Skonto und Provision teilen sich einen Nenner; bei s = 2 % und p = 10 % ist der Faktor 1 ÷ 0,88 = 1,1364 – nicht 1,1338 aus zwei verketteten Divisionen.
- Der Angebotspreis ist der letzte Preis, den Ihre Umgebung erreicht: der Listenverkaufspreis – oder der Zielverkaufspreis bzw. Barverkaufspreis, wenn kein Rabatt oder keine Verkaufskondition angegeben ist.
- Fremdbearbeitung, Werkzeuge, Programmierung und Erstteilkosten tragen weder MGK noch Rest-FGK. Fremdbearbeitung trägt Beschaffungsgemeinkosten nur, wenn Sie einen Satz angeben.
Der Maschinenstundensatz
Der Maschinenstundensatz verteilt die Jahreskosten einer Maschine auf ihre Laufzeit T_L = T_G − T_ST − T_IH: Gesamtzeit abzüglich Stillstands- und Instandhaltungszeit.
Die Rüstzeit wird in der Zeile Rüsten zum Maschinensatz verrechnet. Die Stillstandszeit T_ST enthält das Rüsten deshalb nicht; es als Stillstand zu zählen und zusätzlich zu verrechnen, würde diese Stunden doppelt decken.
| Bestandteil | Formel |
|---|---|
| Abschreibung | voller Anschaffungs- oder Wiederbeschaffungswert ÷ Nutzungsdauer in Laufstunden |
| Zinsen | ½ × Anschaffungswert × Zinssatz ÷ T_L |
| Raum | Fläche × Kosten je m² und Jahr ÷ T_L |
| Energie | mittlere Leistungsaufnahme in kW × Preis je kWh |
| Instandhaltung | jährliche Instandhaltungskosten ÷ T_L |
Das Zeitmodell: Rüsten je Los, Laufzeit je Teil
Jede Zeile verrechnet Zeit und Satz dessen, der gebunden ist. Rüsten fällt einmal je Los an und wird durch die Losgröße geteilt; die Maschine ist belegt und der Bediener arbeitet während der gesamten Rüstzeit, deshalb trägt die Zeile beide Sätze auf einer Zeit. Die Laufzeit fällt je Teil an: Die Maschine wird für den gesamten Lauf verrechnet, der Bediener nur für den beaufsichtigten Anteil – ein Bediener kann mehrere Maschinen betreuen – zuzüglich der Handarbeit, die die Maschine nicht leistet. Zeitzuschläge sind Zuschläge auf die Grundzeit. Die Zeit des Bedieners trägt Verteil- und Erholzeit, multiplikativ verknüpft; der Lauf der Maschine selbst – der automatische Bearbeitungslauf und der Schlichtgang – trägt nur die Verteilzeit, denn Erholung ist ein Zuschlag für den Menschen. Das Be- und Entladen gibt der Bediener vor, die Maschine wartet darauf; diese Zeit trägt deshalb auch auf der Maschine beide Zuschläge. Die Rüstzeit trägt beide Zuschläge, für Maschine und Bediener gleichermaßen.
Ausschuss: zwei Methoden, eine je Ursache
Um n Gutteile bei einer Ausschussquote r zu liefern, beginnt ein Betrieb n ÷ (1 − r) Teile. Jedes Gutteil trägt deshalb r ÷ (1 − r) der Kosten, die ein Ausschussteil verbraucht hat.
- Auf das Material: Früh erkannter Ausschuss kostet das dafür eingesetzte Material. Basis: Fertigungsmaterial abzüglich einer angegebenen Reststoffgutschrift.
- Auf das ganze Teil: In der Endprüfung erkannter Ausschuss kostet das ganze Teil. Basis: die Kosten des Teils vor Ausschuss, ohne die Einmalkosten des Loses – Rüsten, Programmierung und Erstteilkosten fallen einmal an, unabhängig von der Ausbeute.
- Die zweite Methode ersetzt die erste. Eine Ursache wird nie doppelt verrechnet.
Losgröße: fünf Liefermodelle
Welche Jahreskosten ein Los minimiert, hängt davon ab, wie das Teil bestellt, geliefert und gelagert wird. ARCNM rechnet fünf Liefermodelle, jedes mit seinem veröffentlichten Modell.
- Bestellung auf eigenes Lager: optimale Bestellmenge auf den Preis mit Kosten je Bestellung (Harris 1913, Andler 1929).
- Lieferant fertigt auf Lager: optimale Fertigungslosgröße; der Bestand baut sich während des Loses auf (Taft 1918).
- Auftragsfertigung, Verbrauch bei Eingang: Niemand hält Fertigbestand; es zählt nur der Umlaufbestand des Lieferanten.
- Rahmenvertrag mit Abrufen: gemeinsame optimale Losgröße – Ihr Abruf und das Fertigungslos des Lieferanten als Vielfaches davon, in gleichen Lieferungen (Goyal 1988, Hill 1997).
- Konsignationslager: das gemeinsame Modell mit Kapitalbindung zu den Kosten des Lieferanten auf jeder Einheit und Lagerkosten am Lagerort (Valentini & Zavanella 2003).
Benchmarks
Wenn Sie die Bücher eines Lieferanten nicht kennen, können Sie veröffentlichte Sätze anwenden. ARCNM liefert zwei Benchmark-Sätze, jeweils auf die oben genannten Basen umgerechnet, sodass der Preis der Formel der Quelle entspricht. Der erste ist Tabelle C-1 der Kostenanalyse von FEV für den ICCT (2012): Zuschläge in Prozent der gesamten Fertigungskosten (Total Manufacturing Cost). Der zweite ist die Gewinnobergrenze bei öffentlichen Aufträgen: Der übliche Gewinn beträgt bis zu 5 % der Netto-Selbstkosten, laut amtlicher Begründung zu LSP Nr. 52 (BR-Drs. 732/21, S. 11); beim Anwenden werden die Netto-Selbstkosten als Gewinnbasis gesetzt. Ein Benchmark gilt nur, wenn Sie ihn auswählen.
| Lieferant / Komplexität | Ausschuss am Endprodukt | SG&A | Gewinn | ED&T |
|---|---|---|---|---|
| Tier 1 – Gesamtsystem | 0,7 % | 7,0 % | 8,0 % | 6,0 % |
| Tier 1 – hoch | 0,7 % | 7,0 % | 8,0 % | 4,0 % |
| Tier 1 – mittel | 0,5 % | 6,5 % | 6,0 % | 2,5 % |
| Tier 1 – niedrig | 0,3 % | 6,0 % | 4,0 % | 1,0 % |
| Tier 2/3 – hoch | 0,7 % | 7,0 % | 8,0 % | 2,0 % |
| Tier 2/3 – mittel | 0,5 % | 6,5 % | 6,0 % | 1,0 % |
| Tier 2/3 – niedrig | 0,3 % | 6,0 % | 4,0 % | 0,0 % |
Wo das Schema von der Lehrbuchgliederung abweicht
Basen und Formeln folgen den unten genannten Quellen. Die Gliederung und einige Vereinfachungen tun es nicht – Sie sollten sie kennen.
- Zeilenfolge: Das Blatt führt alle direkt bepreisten Zeilen zuerst auf. Die Lehrbuch-Gliederung in Materialkosten und Fertigungskosten zeigt die Aufschlüsselung der Herstellkosten.
- Verwaltungsgemeinkosten (VwGK) und Vertriebsgemeinkosten (VtGK) sind ein Satz auf die Herstellkosten.
- Preise sind netto, ohne Umsatzsteuer; keine Zeile rechnet sie hinzu.
Quellen
Kein gültiges DIN- oder VDI-Dokument schreibt ein Kalkulationsschema vor: VDI 3258 ist zurückgezogen, VDI 2225 Blatt 1 ist gültig und beschreibt die Zuschlagskalkulation, ohne ein Schema vorzuschreiben. Die Regeln auf dieser Seite stammen aus dem Preisrecht für öffentliche Aufträge, dem Handelsgesetzbuch, dem Lehr- und Prüfungsstandard und der veröffentlichten Literatur zur Losgröße. Taft (1918), The most economical production lot, Iron Age 101(18), liegt nur gedruckt vor.